Buchbesprechung: Das Kuscheltierdrama

Das Kuscheltierdrama: Ein Tierpathologe über das stille Leiden der Haustiere.

Der Autor Prof. Dr. Achim Gruber ist Leiter der Tierpathologie der Universität Berlin. Er stellt § 1 und §2 des Tierschutzgesetzes an den Anfang seines Buches und gibt dem Leser damit seine Marschrichtung vor.

Zum einen besteht das Buch aus kürze­ren oder längeren Histörchen, die der Autor nicht nur als Pathologe kompe­tent darstellt, sondern den Leser – egal ob Tierarzt oder nicht – mit sehr viel Geschick und Einfühlungsvermögen in seinen Bann schlägt. Wer mit dem Buch einmal angefangen hat, wird es vermut­lich nicht zur Seite legen, bevor er es zu Ende gelesen hat – James Harriot aus der Sektionshalle, der hier ganz neben­bei eine große Reputation für sein Fachgebiet schafft.

Die andere Facette des Buches ist sehr viel tiefgründiger. Prof. Gruber gelingt es aus seiner Sicht – und er als Patholo­ge steht am Ende der Erkenntniskette – den Finger in die Wunden zu legen. Die Wunden, die wir Tierhalter, meistens unbewusst, in das Verhältnis zu unseren Tieren, mit denen wir ja eigentlich „ku­scheln“ wollen, schlagen. Gruber macht dies nicht mit der fundamentalistischen Keule, sondern sehr viel subtiler, nach­denklicher und nachhaltiger, nahezu gleichnisartig. Das „Mortui vivos do­cent“ betrifft hier nicht nur die patholo­gischen Zusammenhänge, sondern vor allem die ethischen.

Prof. Gruber benutzt klare Worte, die nicht nur uns “Tierärzte und Tierhaltern, sondern auch politischen Entschei­dungsträgern zu denken geben sollten. Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz ist vollkommen sinnlos, solange er nicht gelebt und politisch umgesetzt wird.“

Ein wunderbares Buch, Pflichtlektüre für jeden Tierliebhaber, absolut empfehlenswert.